Korall – das ist deutscher Pop- Rock aus Hamburg mit Ohrwurmcharakter. Die seit 2002 bestehende Band bringt mit Vergiss Dein Beautycase ihr mittlerweile drittes Album, das durch abwechslungsreiche Songs mit hörbaren Einflüssen von Indie, Pop und Psychedelic auch nach mehrmaligem Anhören spannend bleibt. Ihre Wurzeln schlagen die drei Jungs aus Hamburg jedoch im Rock, Freunde deutschsprachiger Musik werden mit Vergiss Dein Beautycase eine Menge Spaß haben, aber auch Rock-Fans sei das Album von Korall ans Herz gelegt.
Die Frage, ob Korall mit ihrer mittlerweile knapp 10-jährigen musikalischen Erfahrung noch als Newcomer gelistet werden sollten, lassen wir hier jetzt einmal außenvor. Lieber beschäftigen wir uns mit ihrem am 17. Februar 2012 veröffentlichten Album “Vergiss Dein Beautycase”. Drei Jahre haben Songwriting, Arrangement und Produktion gedauert – drei lohnenswerte Jahre, denn ihre aktuelle Platte überzeugt durch musikalische Vielfalt und Abwechslungsreichtum. Beim ersten Hören drängte sich zunächst eine Assoziation zu Madsen auf, was zum großen Teil an dem teilweise norddeutschen und partiell leicht unsauber angehauchtem Gesang von Christoph “Crille” Breitmar liegen mag. Gemeinsamkeiten in den 11 Songs gibt es durchaus, aber keine auffallend starken Ähnlichkeiten. Vielmehr punkten Korall mit unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen wie Indie, Pop und Psychedelic – zwar stets dem guten alten Rock verbunden, wenn auch mehr nachdenklich als klischeehaft.
“Vergiss Dein Beautycase” bedient viele Geschmäcker: Angefangen mit dem nachdenklichen Opener Einatmen/Ausatmen geht’s mit der Single Sommerregen weiter, einem bassig-groovigen Song, der dank Gesang an den Hamburger Jung’ Lotto King Karl erinnert. Turmspringer dreht sich poetisch um die Unentschieden im Leben, musikalisch kommt der Song wieder eingängig und mit lässigem Groove daher. Stilistisch schlagen Der Ausnahmeantrag und Diamant einen anderen Ton an: Balladesk, ruhig und gefühlvoll. Gerade Prechorus und Chorus des erstgenannten Songs haben Ohrwurmpotenzial. Boxenlotz überzeugt durch musikalische Kontraste – ein bassdominierter Vers steht einem irgendwie komödiantisch wirkenden Background-Gesang im Chorus gegenüber. Ian Castillo kommt mit Trompeten und ruhigem Klangbild daher – einziges Manko hier: Der gewollt-unsaubere Leadgesang wirkt hier anfänglich ein wenig aufdringlich, das legt sich nach einem Drittel aber. Anna ist schließlich noch erwähnenswert, textlich bewegt sich der Song um einen Suizidversuch, der erste musikalische Eindruck überrascht bei dieser Thematik, passt dennoch erstaunlich gut. Einen ungewöhnlichen aber eindrucksvollen Abschluss finden Korall mit Wüste Seelen - einem Song voller Entwicklung, der heavy mit Growls von Mazel Detels gipfelt.
Alles in allem ein wirklich gelungenes Album, das Freunden deutschsprachiger Musik in jedem Fall ans Herz gelegt sei. Die Bedeutung der Texte geht bei Vergiss Dein Beautycase vor dem musikalischen Ausdruck – dabei entsteht ein Album, das sowohl poetisch als auch musikalisch zu überzeugen vermag.
Tracklist von Korall – Vergiss Dein Beautycase (2012)
1. Einatmen/Ausatmen
2. Sommerregen
3. Turmspringer
4. Der Ausnahmeantrag
5. Boxenlotz
6. Diamant
7. Ian Castillo
8. Von Guten Geistern
9. Pompeji
10. Anna
11. Wüste Seelen
Vergiss Dein Beautycase von Korall findet Ihr im Plattenladen, direkt beim Label Mijo Discount oder bei iTunes als Musikdownload!

Als Hörprobe hier das Video von Sommerregen!

















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