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Pascal Finkenauer – Diamond (2011)

Posted by Jannik Am 9. Dezember 2011

Der deutsche Sänger Pascal Finkenauer veröffentlicht am heutigen Freitag mit Diamond sein viertes Studioalbum. Musikalisch gesehen, bleibt er seiner klaren Linien treu – doch poetisch befindet sich der Mainzer im Umschwung. Die sonst so tiefgründigen deutschen Texte müssen weichen und machen Platz für sieben englischssprachige Songs, die in der gewohnten deutschen Sprache vermutlich deutlich erfolgreicher wären.

Pascal Finkenauer - Diamond (2011)Finkenauer macht nicht zum ersten Mal Musik mit englischen Texten. Nach einem Praktikum in einem Lüneburger Tonstudio veröffentlichte er 2000 mit dem Trio JAW das vornehmlich durch elektronische Einflüsse geprägte Album No Blue Peril (2000). Die Band JAW avancierte damit binnen kürzester Zeit zum Geheimtipp in der Alternative-Szene. Anfang 2004 meldete er sich mit dem Trash-Punk-Projekt The Black Cherries zurück und veröffentlichte das gleichnamige Album. Etwas später im selben Jahr folgte dann sein Solo-Debut-Album Völlig Egal (2004). Nach dem Durchbruch mit der sozialkritischen Single Am Wasser gebaut folgten mehrere Zusammenarbeiten mit dem deutschen Hip-Hop-Trio Fettes Brot und 2007 schließlich das zweite Studioalbum von Finkenauer mit dem Titel Beste Welt, dessen Single Manchmal Zwischen den Gebäuden ebenfalls deutlich zu seinem bisherigen Erfolg beitrug. 2009 kam dann mit Unter Grund das dritte Studioalbum und der Auftritt beim von Stefan Raab initiierten Bundesvision Song Contest.

Tracklist
1. Down The Tube
2. Carry Some Good Lies
3. Working Heart
4. L.O.V.E
5. Silent Wishes
6. Hekto
7. Now See How Fast

Wer die oben genannten Soloalben von Finkenauer kennt, der weiß um seine tiefgründigen und poetischen Texte, die mit der deutschen Sprache zu spielen scheinen. Von daher ist es schade, dass das vierte Album Diamond (2011) ausschließlich in englischer Sprache gehalten ist, denn dieses Gefühl kommt so gar nicht auf. Stilistisch bleibt sich Pascal Finkenauer mit Diamonds sich und seiner Musik treu – der Sänger hat einen hohen Wiedererkennungswert, das zeigt sich sowohl in dem einzigartigen Stil, der verschiedenste Einflüsse wie Alternative, Pop, Folk, Soul und Hip-Hop kombiniert, als auch an der unverkennbaren Stimme. Der bedächtige Charakter bleibt auch bei Diamonds erhalten – Songs wie Carry Some Good Lies oder Now See How Fast zeigen dies überaus deutlich. Die Tracks L.O.V.E und Hekto heben sich von den verbleibenden fünf Tracks ab – elektronische Beats verdrängen den sonst überaus starken Ambient-Einfluss. Der Opener Down The Tube hat das Potenzial zur Singleauskopplung – der altbekannte Stil verspricht Erfolge vor allem bei Fans.

Trotzdem bleibt die Frage, ob die Musik Finkenauers mit englischen Texten genauso ihre Message rüberbringen kann, wie es auf den vorherigen Alben der Fall war. Seine Musik lebt ganz einfach von den Texten und dem Spiel mit der deutschen Sprache – Diamond ist ein Experiment, ob es an die Erfolge von Beste Welt oder Untergrund anknüpfen kann, bleibt jedoch fraglich.

Das Album Diamond von Pascal Finkenauer gibt es wie immer bei iTunes als Musikdownload.
Diamond - Pascal Finkenauer


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Musik ist eine Droge. Kaum hat man im zarten Jugendalter davon gekostet, lässt sie den Konsumenten nicht mehr los. Immer mehr dreht sich um die Musik - sowohl beim passiven Hören und Genießen als auch beim aktiven Produzieren und Spielen. Die Entscheidung über Musik zu schreiben fiel da nicht schwer, gibt es schließlich eine Vielzahl unterschiedlichster Bands, Künstler, Alben und Genres. Aus diesem Grund erhebt dieser Blog auch keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit - das ist bei der Masse an Stoff wohl auch unmöglich.

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