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Bucket Boys – Leavin’ Gail (2012)

Posted by Jannik Am 23. April 2012

Staubige Hitze in der dunklen Nacht und dazu eine rostige Flasche Tequila – musikalisch untermalt wird dieses Szenario, das aus jedem Tarantino-Film stammen könnte von einer Band aus Mönchengladbach. Wer sich jetzt fragt, seit wann es im Ruhrgebiet Wüsten gibt, der kennt die Bucket Boys vermutlich noch nicht. Das neue (und mittlerweile siebte) Album der Bucket Boys bietet eine solide Mischung aus Country-Rock mit deutlicher TexMex-Note, aber spürbaren europäischen Wurzeln – wer von den Bucket Boys noch nie gehört hat, der sollte jetzt unbedingt weiterlesen …
Bucket Boys - Leavin' Gail (2012)Liebhaber von Tarantino-Filmen haben meist einen gemeinsamen Traum: Einmal einen Blick in die Musiksammlung vom Meister zu werfen – leider wird sich nur den Wenigsten von uns dieser Traum erfüllen, doch es gibt einen Ausweg in Form des neuen Albums “Leavin’ Gail” der Bucket Boys. Musikalisch und stilistisch gesehen dürfte sich das Album quasi nahtlos in die Musikbibliothek Quentin Tarantinos einfügen, einen Blick ist “Leavin’ Gail” also auf jeden Fall wert. Nun aber einige Worte vorab zu den Bucket Boys: Wir haben mit Leadsänger Michael Lange gesprochen, der uns bereitwillig Rede und Antwort zur musikalischen Intention, dem Bezug zum Country-Rock und der durchgängigen amerikanischen Prägung der Band beantwortete. Eine Zusammenfassung geben wir gern an Euch weiter.

Bucket Boys – the sound of desert and sunset

Die Bucket Boys wurden 1996 der Musik wegen von Michael Lange (vocals), Joe Vander (drums), Helge Lange (guitar) und Andreas Kehren (bass) gegründet, zusätzliche stimmliche Unterstützung leistet Petra Lange – im Vordergrund stand der Gedanke, eigene Musik zu kreieren, im Zuge dessen viel unterwegs zu sein und eventuell irgendwann einmal davon leben zu können. Natürlich nicht im Sinne eines sorgenfreien Musikerlebens oder des Stereotypen von “Deutschland sucht den Superstar”, vielmehr durch Fokussierung und Hingabe zur Musik. Genau diese Konzentration auf echte, handgemachte Musik ist voll gelungen – die Jungs (und Mädels) der Bucket Boys verstehen ihr Handwerk. Der Bezug zu Amerika ist musikalisch klar ersichtlich, Michael Lange sagte uns, mittlerweile würden die Bucket Boys mehr CDs in den USA verkaufen als innerhalb Deutschlands – wenn das nicht bereits eine klare Aussage über die musikalische Authentizität ist.

Bucket Boys - the sound of desert and sunset

Eine gewisse Popularität zeigt sich aber auch kontinental: Seit der Gründung spielten sie rund 600 Auftritte, große und kleine, öffentliche und private, nationale und internationale. Immer präsent war die gemeinsame Freude an der Musik, beispielsweise auf der Rückbank eines umgebauten 6,5-Tonner mit nostalgischen Cassetten und einem Kasten Bier oder bei zahlreichen Übernachtungen in schäbigen Motels oder im Zelt. Es scheint so, als könnten die Bucket Boys ganze Artikel mit ihren Geschichten füllen – Geschichten, die ihre Musik prägen und einzigartig machen.

Leavin’ Gail – das siebte Album der Bucket Boys

“Leavin’ Gail” stellt wie gesagt bereits das siebte Album der Bucket Boys dar, es kommt mit 11 Studiosongs plus 5 Acoustic Session Bonus Tracks daher. Ohne große Umschweife: “Leavin’ Gail” begeistert durch abwechslungsreiche und stilistisch anspruchsvolle Songs. Vom Blues, über Country und Rockabilly bis hin zum Funk, aber dennoch stets irgendwo im Rock verwurzelt – und das ist nur eine Kurzbeschreibung der musikalischen Spritztour im 59er-Cadillac.

“Daydreams” beispielsweise versetzt den Hörer dank rhythmischen Einlagen, eingängiger Melodie und überzeugendem Chorus in ein wahrlich amerikanisches Gefühl der Lebensfreude – ideal für den lässigen Roadtrip im anstehenden Frühling geeignet.

“Sittin’ On My Backseat” ist einer eher ruhiger und nachdenklicher Song, der eine tolle Atmosphäre erzeugt – vielleicht auch wegen eines gewissen Pop-Einflusses …

“Sweet Love” kommt funkig daher und erinnert entfernt an die Red Hot Chili Peppers, zumindest aufgrund der Gitarren- und Basseinlagen. Gitarrensolo und grooviger Beat wissen ebenfalls zu überzeugen.

Mit “Tequila” tauchen wir dann voll und ganz in das texanisch-mexikanische Klischee ein – humorvoller Text und dazu passenden musikalische Mittel geben dem Song das gewisse Etwas, das nur durch den Gesang eines dem Alkohol zugetanen Südstaatlers (oder Deutschen?) übertroffen wird.

Eine komplette Rezension aller Titel des Albums bleibt an dieser Stelle aus, denn das würde den Rahmen des Artikels vermutlich sprengen. Dennoch geben wir Euch weiter unten einige Anspieltipps und Hörproben mit, die für Euch hoffentlich genauso überzeugend sind, wie sie es für uns waren.

Tracklist
1. Mr. Satin Love
2. Daydreams
3. Sittin’ On My Backseat
4. Sweet Love
5. Santa Muerte
6. Leavin’ Gail
7. Secret Life
8. She Is Young
9. I’m The Only
10. Tequila
11. Wild
12. Cowboy (acoustic session bonus track)
13. Leavin’ Gail (acoustic session bonus track)
14. Nightcoast (acoustic session bonus track)
15. Summertime (acoustic session bonus track)
16. My Girl (acoustic session bonus track)

Leavin’ Gail der Bucket Boys ist seit dem 30. März 2012 erhältlich – entweder als Download bei iTunes, im Online-Shop der Bucket Boys oder bei Amazon!
Leavin' Gail - Bucket Boys

1. Mr. Satin Love (Bucket Boys – Leavin’ Gail, 2012)
Ein toll arrangierter Song, der sich durch akustischen Hintergrund, einen einprägsamen Chorus und prägnant gesetzte Orgelpassagen auszeichnet. Leadsänger Michael lange vermag hier bereits mit seiner charakteristischen Stimme zu überzeugen.

2. Secret Life (Bucket Boys – Leavin’ Gail, 2012)
Deutlich andere Töne schlagen die Bucket Boys in ihrem Song “Secret Life” an – stilistisch gesehen bewegen wir und nun vielmehr in einer funkigen Richtung mit treibendem Beat, gechilltem Mittelteil und charakteristischem Wah-Wah …

3. Leavin’ Gail (Bucket Boys – Leavin’ Gail, 2012)
Der namensgebende Song für das siebte Album: Leavin’ Gail hier in einer unplugged Live-Version. Sehr zu empfehlen ist neben der Studioversion auch der Bonus-Track auf dem Album, der deutlich jazziger daherkommt und dem Song eine ganz spezielle Note verleiht.



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Musik ist eine Droge. Kaum hat man im zarten Jugendalter davon gekostet, lässt sie den Konsumenten nicht mehr los. Immer mehr dreht sich um die Musik - sowohl beim passiven Hören und Genießen als auch beim aktiven Produzieren und Spielen. Die Entscheidung über Musik zu schreiben fiel da nicht schwer, gibt es schließlich eine Vielzahl unterschiedlichster Bands, Künstler, Alben und Genres. Aus diesem Grund erhebt dieser Blog auch keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit - das ist bei der Masse an Stoff wohl auch unmöglich.

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